Über Brücken und Stege zum Hagenmarkt

Der Weg führte zum Hagenmarkt während der Schicht an den Scharn des Hagens vorbei zu einem Steg über einen der Okerarme. Auf dem Steg hörte ich zum ersten Mal ein Platschen, das mir bekannt vorkam. Vor allem, als ich noch ein typisches Platschen hört.

Walbura?“ telepathierte ich als ich beim Verlassen des Stegs die Geräusche erneute wahrnahm.

„Wer denn sonst?“ antwortete sie.

Walbura ist ebenfalls eine Zweifelhafte. Sie hat einen etwas eigenartigen Humor sowie den Traum Partner eines Altrasslers, einer Hexe oder einem entsprechenden Cybriden zu werden. Ihr Imago Kröte sei dafür besonders prädestiniert.

Ich konnte mich nicht bremsen und musste sie foppen in dem ich sie fragte, ob sie denn einen Partner gefunden habe.

Sie druckste ein wenig herum und berichtete von einem neuen Cybride im Hagen „Ich glaube es ist ein Chami“ meinte sie.

„Wieso?“ wollte ich wissen.

Fanio hat da so etwas angedeutet, als wir zum letzten Mal zusammen unten waren. Er meinte es wären verschiedene Zeitreisende hierher unterwegs. Und er solle aufpassen, das keine Dummheiten gemacht werden.“

‚Auch das noch’ dachte ich. Zeitreisende in dieser Krise.

Walbura schien aber nicht mehr zu wissen.

Ich wandte mich dem Hagenmarkt zu. Seit Flamen und Friesen – von Heinrich dem Löwen nach Braunschweig geholt – ab Mitte des 12 Jahrhundert die Gegend um den heutigen Hagenmarkt trockenlegten und sich dann im dort im Weichbild Hagen trockenlegten, hat sich der Platz immer wieder verändert.

Während diese Zeilen entstehen ist erneut eine Debatte im Gange. Der Sturm Xavier hat gewütet und nur 8 von 25 Bäumen stehen lassen. In diesen Tagen hat sich ein Hägener-Forum gegründet, das bei der Umgestaltung des Hagenmarkt mitreden will.

Als ich während der Schicht hier das erste Mal auftauchte, sah der Hagenmarkt auch anders aus. Neben der Katharinenkirche war das Rathaus der Hagen und ein Gewandhaus. Als die Welfen Braunschweig 1671 zurückeroberten, war das Rathaus funktionslos. Herzog Anton Ulrich ließ Rathaus und Gewandhaus in ein Opernhaus umbauen. U. a. wurde Goethes Faust hier uraufgeführt.

Aber davon war 1488 und in den folgenden Jahren noch keine Rede. Reden wurden aber auch gehalten. Einer der Redner war der Gemeine Heinrich Bocholt, den EOD-Ring an seinem Finger spürte ich von weiter Entfernung. Es stand auf dem Brunnen stachelte die Bürger an.

Ich setze mich mit Walbura in Verbindung und beauftragte sie Bocholt im Auge zu behalten. Dann überlegte ich ob ich in der Gegend um Werder und Nickelnkulk noch ein wenig recherchieren solle. Das Zeitreisende in diese Krise hier auftauchten sollten, machte mich nervös. Aber ohne Rücksprache mit dem Gärtner wollte ich nichts unternehmen. Wahrscheinlich hätte ich sowieso nichts erfahren. Selbst wenn ich den Chami fand, würde er nichts sagen. Da Fanio von Walbura als Quelle genannt wurde, war wahrscheinlich Cäsar Bär im Spiel, der sich in seinem Ghoyder verschanzte.

So entschied ich mich meinen Rundgang fortzusetzen und mach mich auf zum Neustadtrathaus.

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